Zusatz-Information
Nachtdeck - Park 'n' bleib II: Zeppelinhalle
Musik, Cocktails, Kurzfilme über den Dächern der Stadt
am 16.07.05 Beginn: 21:00 Einlass: 21:00
Parkhaus in der Landwehrstraße, Darmstadt

Nachtdeck II: Zeppelinhalle
Ist die Centralstation-Reihe 'Nachtdeck - Park 'n' bleib' überwiegend durch die Entdeckung jüngst errichteter Parkhäuser in neu erschlossenen Stadtteilen geprägt, so führt Teil II der Reihe am 16. Juli an einen Ort, an dem sich historischer Baubestand mit moderner Architektur und Nutzung verbindet.
Die ehemalige Zeppelinhalle stand ursprünglich in Allenstein/Ostpreußen. 1921 wurde sie demontiert und verkauft. Teile der Eisenkonstruktion kamen nach Darmstadt und wurden hier, kürzer und niedriger, wieder als Halle aufgebaut.
Statt der für Zeppelinhallen typischen Wellblechverkleidung bekam die Halle 1923 eine neue Fassade aus Klinkern. Das expressionistisch gestaltete Äußere entwarf der Darmstädter Architekt Jan Hubert Pinand (1886-1958), der den dunklen Ziegel mit hellen Betongesimsen und Gewänden dekorierte. Typisch für die Bauzeit sind die Treppengiebel an der Schmalseite und über den Risaliten an der Längsseite sowie die Sprossenteilung an den runden Fenstern in der Südfassade.
Ursprünglich existierten zwei Hallen; eine der beiden von Pinand neu gestalteten Hallen brannte 1970 ab. Die übrig gebliebene Halle an der Landwehrstraße diente lange Zeit als Lager. 1999 bauten die Mühltaler Architekten Fritsch & Schlüter im Auftrag der Gewerbebau KG, Planungs und Treuhand GmbH & Co ein Parkhaus in das denkmalgeschützte Gebäude ein.
An diesem Abend kann es bei Musik, Drinks und Kurzfilmen zum Thema 'Die Gipfelstürmerkollektion. Leben für den Fortschritt.' erforscht werden. Die internationalen Kurzfilme - darunter preisgekrönte Filme wie 'Das Taschenorgan' von Carsten Rausch und 'Staplerfahrer Klaus ­ Der erste Arbeitstag' von Jörg Wagner und Stefan Prehn - betrachten teils ironisch, teils skurril das Abenteuer Fortschritt und versprühen den rauen Charme der Industriekultur. Für Musik sorgen die DJs Daniel Dolder & Six Tigers.
Die Veranstaltung ist Teil der Tage der Route der Industriekultur Rhein-Main vom 14. bis 17. Juli. Nähere Informationen dazu unter www.route-der-industriekultur-rhein-main.de. (JB)

Steckbrief Parkhaus
Standort: Landwehrstraße 52, Darmstadt
Erbaut: 1921 Demontage in Allenstein/Ostpreußen, partieller Wiederaufbau in Darmstadt
1923 neue Fassade, 1999 Parkhauseinbau
Architekten: Fassade: Jan Hubert Pinand (1886-1958), Parkhaus: Fritsch & Schlüter Architekten, Waldstraße 29, 64367 Mühltal
Bauherr/Betreiber: Gewerbebau KG, Planungs und Treuhand GmbH & Co, Am Trautheim 31, 64367 Mühltal
Öffnungszeiten: 24 h
Stellplätze: 450
Anzahl der Decks: 8 auf 4 Etagen
Gebühren: 2,- € pro Tag

Filmprogramm 'Die Gipfelstürmerkollektion. Leben für den Fortschritt.':

1. Das Taschenorgan, R: Carsten Rausch, Deutschland 2000, 11 Min. (Murnau Preis 2001,
Deutscher Kurzfilmpreis 2001)
2. Die Naturbrille, R: Jens Lien, Norwegen 2001, 1'25 Min.
3. Der Wecker, R: Marc-Henri Wajnberg, Belgien/Frankreich 1996, 7'20 Min.
4. M.A. singt Wittgenstein, R: Claes Olsson, Finnland 1993, 1'50 Min.
5. Idölle, R: Anja Perl/Petra Schröder, Deutschland 1998, 6'35 Min.
6. Dangle, R: Philip Traill, Deutschland/England 2003, 5'54 Min. (First Prize Cinema Jove, Valencia 2003, Nominierung Deutscher Kurzfilmpreis 2003, Murnau Preis 2004)
7. Road Movie, R: Harry Sachs, Deutschland 2001, 1'15 Min.
8. Staplerfahrer Klaus ­ Der erste Arbeitstag, R: Jörg Wagner/Stefan Prehn, Deutschland 2001, 9'23 Min. (Offizieller Wettbewerbsbeitrag Cannes 2001, Murnau Kurzfilmpreis 2002, Fantasia Filmfestival Montreal 2003)
9. Au bout du Monde, R: Konstantin Bronzit, Frankreich 1999, 7'45 Min. (Tarusa, Russland, Prädikat: Besonders wertvoll)

Gestaltung des Parkdecks:
'Dimensionssprung' von Bettina Rohe und Orsolya Miklosi

Zwischen der großdimensionierten äußeren Hülle und dem kleinteiligeren Innenleben sehen wir einen Dimensionssprung. Wir planen einen zweiten. Die benötigten Einrichtungsgegenstände werden auf den Boden projiziert, sie verlieren ihre Dimension. Läuft der Besucher durch die Projektionsstrahlen, entstehen dreidimensionale Bilderwelten. Pappkissen bilden die Schnittstelle zwischen Realität und Projektion. Werden die imaginären Gegenstände wie reale angenommen?