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Marktplatz, Markt 1, 64823 Groß-Umstadt

Aufmacher
Blütezeit der Steine
- Renaissance in Südhessen am Beispiel von Groß-Umstadt

Stadtführung mit Norbert Kottmann
am Samstag, den 7. September 2019
um 14.00 Uhr in Groß-Umstadt.
Treffpunkt: Rathausportal/Marktplatz
Kosten: 4,-€
Keine Anmeldung erforderlich

Diese spezielle Stadtführung versteht sich als eine Einladung zu einem spannungsvollen Rundgang mit aktiver Teilnahme. Sie bewegt sich zwischen geheimnisvollen Steinmetzzeichen und verschwundenen Schlössern; sie erzählt von stolzen Handwerkern und manieristischen Damen, geht rätselhaften Spuren nach und verschafft neue Einblicke in die Geschichte, Abgründe und Schönheiten einer scheinbar längst vergangenen Epoche.


Das Jahrhundert zwischen der Reformation und dem 30-jährigen Krieg, etwa von 1520-1620-war neben vielen Wirren- eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit in Deutschland. Diese, kunstgeschichtlich "Renaissance" genannte Zeit, hat eine neue, geistreiche, gestaltungsfreudige und dekorative Kunst hervorgebracht, die bis heute noch im Wesentlichen das Gesicht von vielen alten Marktplätzen und Straßen in unserem Land bestimmt. So entwickelte sich auch im südhessischen Raum zwischen den Residenzen Mainz, Darmstadt und Heidelberg eine faszinierende Kunstlandschaft. Zwei herausragende Beispiele dafür finden sich mit dem Rathaus und dem Wambolt´schen Schloss in der Altstadt von Groß-Umstadt. Zusammen mit dem abgebrochenen Stadtturm und dem Curtischloss, bilden diese Renaissancebauten ein einmaliges städtebauliches Ensemble, das in seiner baukünstlerischen Qualität weit über das Maß einer normalen Ackerbürgerstadt im Odenwald hinausgeht. Mit der Zeit um 1600, so die These, erlebte das mittelalterliche Stadtbild von Groß-Umstadt seinen baugeschichtlichen Höhepunkt und wurde gestalterisch vollendet. Diese Feststellung widerspricht der landläufigen Meinung, dass die Doppelherrschaft über Umstadt durch die Landesfürsten von Hessen und der Kurpfalz, die Entwicklung Umstadts eher behindert hätte. Dem ist in künstlerischer Hinsicht nicht so. Denn gerade die Verbindung Umstadts zum prächtigen Heidelberger Hof, insbesondere durch den Erbauer des Wambolt´schen Schlosses, Reichsfreiherrn Philipp III. Wambolt von Umstadt, der dort das Amt des Großhofmeisters ausübte, hat erst die überdurchschnittliche Qualität der "Umstädter Renaissance" ermöglicht.
Aber im Gegensatz zur "Gotik" oder "Barock", ist die "Renaissance" als Stilbegriff, nie wirklich populär geworden. Das liegt im Wesentlichen an der nicht so klar erkennbaren Formensprache der Renaissance. Anhand der noch vorhandenen Steinbildhauerarbeiten wird es daher eine kurze Einführung in die stilistischen Merkmale der deutschen Renaissance geben. Freuen Sie sich auf kurzweilige, aber erkenntnisreiche 90 Minuten lokaler Kunstgeschichte in einer lebendigen Altstadt.