Preise
VVK AK
VVK = Vorverkauf
AK = Abendkasse


Über den ztix Sicherheitsserver

Sitzplatz:

28.90 €

0.00 €
Anfahrtsbeschreibung (Ohne Gewähr)

Frankfurter Hof, Augustinerstr. 55, 55116 Mainz

Aufmacher
Schüler-/Studententickets zu 12 € nur an der Abendkasse.

Ein Abend mit Rezitator Lutz Görner, Nadia Singer (Piano) und Edward Leach (Gesang) Franz Schubert? Hätte man in den Gassen Wiens am 19. November 1828, dem Todestag des großen österreichischen Komponisten, Passanten nach der Bedeutung dieses Mannes gefragt, dann hätten viele von ihnen wahrscheinlich mit desinteressiertem Achselzucken oder einem Stirnrunzeln reagiert. Franz wer? Zu seinen Lebzeiten nämlich kannten den Schöpfer so unsterblicher Lieder wie „Das Heidenröslein“ und „Die Forelle“ in der damals 250.000 Einwohner zählenden Donaumetropole schätzungsweise „nicht mehr als 2.000 Menschen“, meint Lutz Görner: „Im übrigen Österreich waren es sicher auch nicht mehr.“
Mehr Informationen
Ein Abend mit Rezitator Lutz Görner, Nadia Singer (Piano) und Edward Leach (Gesang)
Franz Schubert? Hätte man in den Gassen Wiens am 19. November 1828, dem Todestag des
großen österreichischen Komponisten, Passanten nach der Bedeutung dieses Mannes
gefragt, dann hätten viele von ihnen wahrscheinlich mit desinteressiertem Achselzucken
oder einem Stirnrunzeln reagiert. Franz wer? Zu seinen Lebzeiten nämlich kannten den
Schöpfer so unsterblicher Lieder wie „Das Heidenröslein“ und „Die Forelle“ in der damals
250.000 Einwohner zählenden Donaumetropole schätzungsweise „nicht mehr als 2.000
Menschen“, meint Lutz Görner: „Im übrigen Österreich waren es sicher auch nicht mehr.“
Nach musikalisch-literarischen Begegnungen mit Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin,
Giacomo Meyerbeer und Franz Liszt innerhalb seiner Reihe „Kosmos Liszt“ beschäftigt sich
Deutschlands wohl bekanntester Rezitator in den kommenden Monaten mit dem Leben und
der Musik Franz Schuberts. Dort wird Görner unter anderem erzählen, dass in Schuberts
Leben „nur ein einziges öffentliches Konzert mit seinen Werken stattfand“. Ein halbes Jahr
vor seinem Tod. „Und als er starb, besaß er einige wenige Kleidungsstücke und Musikalien,
die man damals nach heutigem Wert auf 400 Euro schätzte“.
Die Lebensstationen des im Alter von nur 31 Jahren gestorbenen Musikers setzte Görner
während minuziöser, zwei Jahre dauernder Recherchen „wie ein riesiges Puzzle zusammen“.
Die 1954 im Ostberliner Henschel Verlag erschienene Biografie „Schubert – ein Lebensbild“
des Schweizer Musikwissenschaftlers Harry Goldschmidt habe er dabei „als Kompass
genommen“.
Steuermann Görner navigiert wie gewohnt mit der jungen Pianistin Nadia Singer, die er
„auf dem Sprung zur Weltkarriere“ sieht, durch das Programm. Die beiden werden erstmals
vom Tenor Edward Leach unterstützt. Görner lernte den 26-jährigen Engländer, der über
„eine ganz klare, feine, durch nichts getrübte Stimme“ verfüge, bei einem Workshop am
„Conservatorium van Amsterdam“ kennen. Leach wird Schuberts „Ohrwürmer“ singen, von
Nadia Singer am Klavier begleitet. Denn „das wichtigste an Schubert waren seine über 600
Lieder“.
Zwischen den musikalischen Highlights lässt Görner Schuberts kurzes, aber intensives
Leben Revue passieren und immer wieder verweist Görner auf Überraschendes, zuweilen
auch auf Erschreckendes. Denn als Schubert 26 Jahre jung ist, passiert das, was nicht
passieren sollte“. Schubert infizierte sich mit der seit Kolumbus Zeiten grassierenden
Syphilis.
Die Krankheit weckte Görners Interesse. Also besorgte er sich Literatur darüber: „Die
halbe Bevölkerung hatte damals Syphilis – das war eine ungeheure Geschichte; ich wollte
endlich wissen, wie das war.“ Und so wird der Abend mit einer erstaunlichen Erkenntnis
enden: „Die Syphilis, die Schuberts Körper langsam von innen auffrisst, machte ihn aber, wie
er einmal sagt, hellsichtiger. Sein Leben wird intensiver, sein künstlerisches Schaffen immer
schneller, sein Lebenswandel immer zügelloser“. Lutz Görner, der nach 16 Jahren in Weimar
seit eineinhalb Jahren in NRW lebt, will sein erfolgreiches Projekt „Kosmos Liszt“ bis 2020
fortsetzen – unter anderem mit Abenden, die er den Komponisten Hector Berlioz, Robert
Schumann und Johannes Brahms widmet.