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Frankfurter Hof, Augustinerstraße 55, 55116 Mainz

Aufmacher
„In einer verstaubten Schachtel auf dem Dachboden taucht ein Bündel vergilbter Briefe auf. Es sind Liebesbriefe, geschrieben über einen Zeitraum von zehn Jahren. Sie stammen von einem Mann, den ich nie kennenlernen durfte, an eine Frau, die ich in den letzten Jahren eines entbehrungsreichen aber auch erfüllten Lebens antraf. Wer war sie eigentlich? Und was durchlebte der Mann, der ihr nahezu täglich in Briefen die ewige Liebe schwor. Ich habe diese Briefe innerhalb weniger Tage verschlungen. Das war, als würde man einen Roman lesen.“ Wie nicht zuletzt ihre beiden jüngsten Alben „Lyambiko Sings Gerwin“ (2012) und „Muse“ (2015) gezeigt haben, liebt es die Sängerin, einen roten Faden für ihre Songs auszulegen. Beim Lesen besagter Briefe kam ihr die Idee zu einem Projekt, dass wir jetzt mit ihrer neuen CD „Love Letters“ in den Händen halten.

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„In einer verstaubten Schachtel auf dem
Dachboden taucht ein Bündel vergilbter
Briefe auf. Es sind Liebesbriefe,
geschrieben über einen Zeitraum von
zehn Jahren. Sie stammen von einem
Mann, den ich nie kennenlernen durfte,
an eine Frau, die ich in den letzten
Jahren eines entbehrungsreichen aber
auch erfüllten Lebens antraf. Wer war
sie eigentlich? Und was durchlebte der
Mann, der ihr nahezu täglich in Briefen
die ewige Liebe schwor. Ich habe diese
Briefe innerhalb weniger Tage
verschlungen. Das war, als würde man
einen Roman lesen.“
Wie nicht zuletzt ihre beiden jüngsten
Alben „Lyambiko Sings Gerwin“ (2012)
und „Muse“ (2015) gezeigt haben, liebt es die Sängerin, einen roten Faden für ihre Songs
auszulegen. Beim Lesen besagter Briefe kam ihr die Idee zu einem Projekt, dass wir jetzt mit
ihrer neuen CD „Love Letters“ in den Händen halten.
„Ich begann, die damaligen Zeiten mit heute zu vergleichen. So kamen die beiden Ebenen
von Alt und Neu zusammen.“ Musik, egal welchen Genres, ist immer dann am intensivsten,
wenn sie eng mit dem Leben verbunden ist. „Love Letters“ ist eine Mischung von Standards,
Songs, die es schon in unterschiedlichen Versionen gibt, die aber vor dem Hintergrund der
Liebesbriefe von dem speziellen Dachboden eine ganz neue Geschichte erzählen, und
eigenen Songs, die eigens für dieses Projekt entstanden. Mit großem Feingefühl werden die
Oldtimer und neue Lieder zu einem stimmigen Ganzen verwebt, das ohne kalkulierte
Vintage-Patina authentisch die altmodischste und doch zugleich aktuellste aller
Empfindungen auf zwei verschiedenen Zeitebenen beschreibt.
Am Ende ließ Lyambiko sich ganz und gar auf jedes Lied ein und nahm sich so weit wie
möglich zurück. Sie macht lieber Angebote, statt mit ihrer Interpretation den
Assoziationsraum zuzukleistern, umtanzt die Stücke, statt sie sich einzuverleiben. Auf diese
Weise erzählt sie leichtfüßig eine Geschichte, die ihre poetische Kraft aus sich selbst heraus
entfaltet. Oft sind es nur Nuancen, die den individuellen Charme ausmachen. Ihr
persönliches Verhältnis zu einzelnen Songs veränderte sich im Lauf der Arbeit. Es war ein
ständiges verhandeln von Aneignung und Loslassen.
„Love Letters“ ist ein Jazzalbum, und doch viel mehr als nur Jazz. Zusammen mit ihren
Mitmusikern gelingt Lyambiko das seltene Kunststück, das geheimnisvolle Funkeln einer
versunkenen Welt hörbar zu machen. Ein zeitloser Kontrapunkt zur Kurzlebigkeit von Twitter
und Facebook, ein hörbar gemachtes Gefühl, eine sehr persönliche Zeitreise mit
Rückfahrkarte.
Besetzung
Lyambiko (vocals) | Martin Auer (trp) | Marque Lowenthal (piano) | Robin Draganic (bass) |
Tilman Person (drums)