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Juan de Marcos treibt seine Afro-Cuban All Stars zu Höchstleistungen / Mittlerweile fast ein Familienunternehmen Eigentlich muss man für dieses Konzert den Kies aus dem Gelände karren, vor der Konzertmuschel eine Wagenladung Strandsand auslegen, ein paar Mojito-Tankstellen installieren und die ganz leichte Sommer-/Tanzkleidung auspacken. Denn viel mehr feuriges Karibik-Feeling kriegt man in der sonst eher distinguierten Kurstadt kaum zu greifen. Auf hohen Pumps Juan de Marcos ist da, „Live im Park“. Mitsamt seinem Afro-Cuban All Stars, die neuerdings auch schwindelerregende Pumps und die kürzesten, engsten Kleidchen der Saison tragen. Aber dazu später.

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RMF II Juan de Marcos treibt seine Afro-Cuban All Stars zu Höchstleistungen / Mittlerweile fast ein Familienunternehmen Eigentlich muss man für dieses Konzert den Kies aus dem Gelände karren, vor der Konzertmuschel eine Wagenladung Strandsand auslegen, ein paar Mojito-Tankstellen installieren und die ganz leichte Sommer-/Tanzkleidung auspacken. Denn viel mehr feuriges Karibik-Feeling kriegt man in der sonst eher distinguierten Kurstadt kaum zu greifen. Auf hohen Pumps Juan de Marcos ist da, „Live im Park“. Mitsamt seinem Afro-Cuban All Stars, die neuerdings auch schwindelerregende Pumps und die kürzesten, engsten Kleidchen der Saison tragen. Aber dazu später. Zunächst einmal muss man alle Skepsis zerstreuen, die schon fast intuitiv wächst, wenn man hört, da stelle sich einer vor, der irgendwie was mit dem Buena Vista Social Club zu tun hat. Juan de Marcos Gonzáles, inzwischen taufrische 58, ist tatsächlich eine Schlüsselfigur der kubanischen Volks-Weltmusik.

Nachdem der Sänger/Gitarrist/Bandleader/Produzent bereits mit seiner Son-Formation „Sierra Maestra“ eine musikalische Kuba- Renaissance angezettelt hatte, sammelte er Mitte der Neunziger, quasi als Jungspund, vergessene alten Recken wie Ibrahim Ferrer oder Ruben Gonzàles und Ober-Sonera Omara Portuondo, um mit den All-Stars so etwas wie die kreative Kontinuität der Tradition zu sichern. Ein Jahr später, 1996, kam Ry Cooder auf die Zuckerinsel und war begeistert - der Rest ist schon Legende, und ein bisschen auch Wim Wenders. Während den Alt-Soneros wie Compay Segundo und Co. nun naturgemäß nur noch wenige Erfolgsjahre blieben, steht de Marcos weiter einer geschätzt 18-köpfigen, Bläser-gestärkten Truppe vor, die den Titel des 2009-er Albums, „Breaking the rules & step backwards“, zum Programm gemacht hat. Die Afro-Cuban All Stars 2012, das ist auch ein solide geführtes Familien-Unternehmen - womit wir schon beim, na ja, Regel-Bruch wären: An Klarinette und Saxophon arbeitet nämlich eine sehr attraktive junge Dame - Laura Lydia Gonzàles. Ein paar High-Heel- Schritte vor ihr werkelt zudem noch Schwester Gliceria Gonzàles (die mit dem ganz engen Stoff überm Model-Körper) am Keyboard.

Und meist im Hintergrund tanzt mit Gliceria Abreu die Mutter der Gonzáles-Compagnie in blonden Dreadlocks den Rumba und achtet darauf, dass ihr Gatte (hat den selben Frisör) alles im Griff behält. Tut er natürlich, souverän. Will sagen: Gut eine Stunde verwaltet die mit Sanges-Veteran Evelio Galan verstärkte Band mit viel „Corazòn“ das eher klassische Buena-Vista-Erbe aus Danzon, Son montuno, Mambo und Guaracha. Herz, Seele, Rhythmus, „Los Sito´ asere“ oder „Huellas del Pasado“ - so tönt es wohl auch aus allen verbliebenen Son- Kneipen im alten Havanna. Nach einer guten Stunde allerdings wird es dem bärigen All-Stars-Commandante dann doch ein wenig zu pomadig: Ein kurzes Grundatz-Statement zum Thema Freiheit (“We are all free, and there is only one life“) - dann scheucht er mal alle von den Stühlen aufs Tanzparkett und läutet, „Arrriba!“, ein furioses Finale mit HipHop-, Salsa- und Pop-Elementen ein, das selbst Gliceria die Plateau-Pumps auszieht. Sie trägt jetzt Ballerinas. Steht ihr auch gut.