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Heinrich - Klein - Saal

Kirchstraße 24, 64354 Reinheim

Aufmacher
Ein Schauspiel nach Kleist

Warum wird ein Bürger zum Terroristen?

„Michael Kohlhaas“ aus der gleichnamigen Novelle von Kleist wird zur Bühnenfigur. Die Handlung, die auf historischen Tatsachen aus dem 16. Jahrhundert beruht, zeigt die Wandlung eines ehrbaren Pferdehändlers zum mordenden Racheengel. Dem Zuschauer begegnet „einer der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“.

Alles beginnt mit einem unrechtmäßig eingeforderten Wegezoll an einem neu errichteten Schlagbaum im Deutschland des 16. Jahrhunderts. Weil Kohlhaas nicht zahlen will, muss er zwei seiner schönsten Pferde als Pfand überlassen. Während seiner Abwesenheit werden sie als Arbeitstiere missbraucht und sind bei seiner Rückkehr in einem sehr schlechten Zustand. Der Rosshändler fordert die Wiederherstellung seiner Tiere, wird aber davongejagt. Kohlhaas versucht daraufhin mit allen Mitteln, sein Recht durchzusetzen. Als „kleiner Mann von der Straße“ steht er einer übermächtigen Obrigkeit gegenüber, bei der er zunächst mit Klage- und Bittschriften sein Recht einfordert. Als er von allen Instanzen zurückgewiesen wird, wendet er schließlich Gewalt an und wird zum Anführer einer brandschatzenden Horde.

Das Stück wird von zwei Schauspielern gespielt. Der ältere (Ben Hergl) spielt den Kohlhaas, während der jüngere (Christoff Raphaël Mortagne – erstmals bei Chawwerusch) jeweils die Position der anderen Figuren einnimmt. Durch diese Zweier-Konstellation auf der Bühne bleibt der zentrale Konflikt immer vor Augen: Einerseits ist Kohlhaas ungerecht behandelt worden und sein Streben nach Gerechtigkeit ist allzu verständlich. Andererseits wird sein Handeln immer gewalttätiger und schafft neues Unrecht, er wird selbst zum Täter. Die blutige Rache macht ihn zum skrupellosen Terroristen außerhalb der Gesellschaft. Immer wieder kreisen die Dialoge um die Frage, wie weit man für sein Recht gehen darf.