Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt

Studiensaal der Graphische Sammlung, HLMD

Aufmacher

Bildunterschrift: Elisabeth Freund-Fischer, Dr. Karl Freund lesend, 1934 Tempera, Foto: Wolfgang Fuhrmannek, HLMD


Vortrag anlässlich des 70. Todestages von "Die Zeichnerin Elisabeth Freund-Fischer" von Frau Dr. Elisabeth Krimmel.


Die am 10. August 1882 in Metz geborene Elisabeth Fischer gehört zu jenen Frauen, die sich um 1900 aus dem bürgerlich sicheren Leben lösten, um Künstlerin zu werden. Dabei stand am Anfang noch nicht fest, ob sie sich für Bildhauerei oder Malerei entscheiden sollte. Erst die professionelle Ausbildung bei Adolf Hölzel an der Akademie in Stuttgart bestimmte ihren Weg zur Malerin.

Leider sind nur wenige Gemälde von Elisabeth Fischer erhalten. Jedoch besitzt die Graphische Sammlung im HLMD etwa 150 Zeichnungen der Künstlerin. Sie geben einen spannenden Einblick in ihre bildnerische Entwicklung. Dabei fällt nicht nur ihr kühner Umgang mit Kohle, Kreide und Tempera auf. In Stillleben und Porträts entwickelte sie einen starken Sinn für plastische Volumen. Erst in den vierziger Jahren verlieren die Linien ihre dynamische Kraft.

Jedoch war Elisabeth Freund-Fischer nicht nur eine begabte Zeichnerin. Ihrem Mann, dem jüdischen Kunsthistoriker Dr. Karl Freund, war sie eine schlagfertige Gesprächspartnerin. Aber nicht nur das. Während des Nationalsozialismus hielt sie zu Dr. Karl Freund und ließ sich von Druck und Diskriminierung der Darmstädter Gestapo nicht einschüchtern.

Elisabeth Freund-Fischer starb am 3. Oktober 1947 während eines Besuchs bei ihren Verwandten im schweizerischen Binningen.



max. 20 Teilnehmer

kostenfrei, lediglich Museumseintritt, Teilnahmekarten am Veranstaltungstag an der Museumskasse