Literaturhaus, Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt

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Covert Herbstprogramm


"Natascha Wodin, geht dem Leben ihrer ukrainischen Mutter nach, die aus der Hafenstadt Mariupol stammte und mit ihrem Mann 1943 als "Ostarbeiterin" nach Deutschland verschleppt wurde. Sie erzählt beklemmend, ja bestürzend intensiv vom Anhängsel des Holocaust, einer Fußnote der Geschichte: der Zwangsarbeit im Dritten Reich. Ihre Mutter, die als junges Mädchen den Untergang ihrer Adelsfamilie im stalinistischen Terror miterlebte, bevor sie mit ungewissem Ziel ein deutsches Schiff bestieg, tritt wie durch ein spätes Wunder aus der Anonymität heraus, bekommt ein Gesicht, das unvergesslich ist. "Meine arme, kleine, verrückt gewordene Mutter", kann Natascha Wodin nun zärtlich sagen, und auch für uns Leser wird begreifbar, was verlorenging.

Natascha Wodin, 1945 als Kind verschleppter sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth geboren. Sie ist Autorin zahlreicher Werke und hat viele angesehene Auszeichnungen erhalten. Zuletzt 2017 den "Leipziger Buchpreis". Ein Abend in Kooperation mit dem "Buch des Monats"

Moderation Wilfried Schoeller