"Geste, Abstraktion und Informel"

Kunst Archiv Darmstadt e.V., Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt

Aufmacher

Bild 1: von Wolf Hoppe; Flammendes Feuer, 1960, Öl auf Rupfen


Malerei und Skulptur der 1960er Jahre in Darmstadt

In der letzten öffentlichen Führung durch unsere Ausstellung stehen die Darmstädter Künstler im Mittelpunkt, die um 1960 den Weg in die Abstraktion fanden. Künstlerische Anregungen der malerischen
Tradition, zurück ins späte 19. Jahrhundert, die französische Malerei und Bildhauerei der 20er, 30er und 40er Jahre und die amerikanische Kunst nach 1945, verarbeiteten die Darmstädter Künstler produktiv und kamen zu sehr eigenständigen Formulierungen von Geste und Abstraktion, die sie im darmstädter und deutschen Kunstgeschehen von 1960 positionierten.

In seiner Führung wird der Kurator der Ausstellung Claus K. Netuschil auf die unterschiedlichen Wege der einzelnen Künstler der Ausstellung eingehen und sie im Zusammenhang mit dem politisch-gesellschaftlichen
Zeitgeschehen und innerhalb der ästhetischen Diskussion interpretieren.

Die Ausstellung
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelte sich um 1960 ein zweiter künstlerischer Aufbruch, in, für Darmstadt unbekanntes Neuland: die Abstraktion! Galt der erste kulturelle Aufbruch nach 1945, in einer völlig zerstörten Stadt, der Musik, der Literatur und dem Theater, so etablierten sich, in einer Welt der figurativen und gegenstandbezogenen Kunst, relativ spät und gegenüber anderen Regionen zeitverzögert, die gestischen Maler, die Abstrakten, die Informellen: Aus Berlin, Brüssel, Bremerhaven und Siebenbürgen, aus Zeitz und Amerika, aber auch aus Darmstadt, fanden die abstrakten Maler und Bildhauer zusammen, um hier Gegenstand und Realismus durch gestische, konstruktive und
informelle Kunst abzulösen.

Es entstand keine Künstlergruppe, wie "SPUR", "CoBrA", "Wir" oder wie die Gruppe der Frankfurter Informellen der "Quadriga". In Darmstadt wirkten Einzelkünstler, die hier im Verbund eine starke Position der Abstraktion begründeten, die mit unserer Ausstellung zum ersten Mal in diesem Umfang gewürdigt wird. Künstlernamen wie Peter Steinforth (1923-1981), Paul Fontaine (1913-1996), Etzel Klomsdorff (1920-1985), Bruno Erdmann (1915-2003), Wolf Hoppe (1920-1992), H. O. Müller-Erbach (1921-1984), Robert Preyer (1930-2014), Roswitha von Blumenthal (1926-2012), Charlotte Prinz (1904-1993), Georg von Kováts (1912-1997) und Helmut Brinckmann (1912-1994) stehen für malerische Geste, große, abstrakte Form und für eine erklärte Nonfiguration.

Die Ausstellung ist bis zum 23. März 2018 zu sehen.

Öffnungszeiten des Kunst Archiv:
Di - Fr 10.00 - 13.00, Do 10.00 - 18.00 Uhr Mehr Informationen

Bild 2: von Peter Steinforth: o.T. (Strukturen), 1961, Lithographie, Bild 3: von Helga Föhl - Daphne III, 1965, Eisen
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