Energiesparen im Altbau - aber richtig

Verbraucherzentrale Hessen e.V., Beratungsstelle Darmstadt, Luisenplatz 6, 64283 Darmstadt

Verbraucherzentrale Hessen und "Hessische Energiespar-Aktion" informieren zu Maßnahmen der Altbausanierung.

Heizkosten senken, Behaglichkeit erhöhen, Gebäudewert steigern - Gründe für eine Sanierung im Altbau gibt es viele. In Hessen gibt es etwa 1 Million Einfamilienhäuser, 300.000 Mehrfamilienhäuser und 230.000 andere Gebäude. Für deren Beheizung verbrauchen wir etwa 40% des Gesamtenergieverbrauchs in Hessen. Durch Sanierungen des Altbaubestandes könnten bis zu 50% der Energiekosten eingespart werden.

Schrittweise zum Energiesparhaus
"Private Hausbesitzer können hier viel tun", sagt Katrin Johannsen, Leitende Beraterin der Verbraucherzentrale Hessen, Beratungsstelle Darmstadt. "Größere Instandsetzung am Gebäude sind oft der richtige Zeitpunkt für Energiesparmaßnahmen. Wer vorausschauend plant, kann für jeden Altbau Schritt für Schritt einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen."

Je nach Gebäudetyp hohe Einsparpotenziale
"Ob Fachwerkhaus, Nachkriegshaus oder Eigenheim aus den 60ern: Anhand der ,Hessischen Gebäudetypologie' kann das eigene Haus eingestuft werden und das Einsparpotential ermittelt werden", sagt Klaus Fey von der Hessischen Energieeinspar-Aktion.Die rund 80.000 Fachwerkhäuser (Baujahr vor 1918) in Hessen gehören zu den "Schätzen", die das Ortsbild in vielen Gemeinden prägen; etwa als Sichtfachwerk in der Marburger Oberstadt und dem Rheintal, verschindelt in Odenwald und Spessart, mit Schiefer verkleidet im Waldeckschen Land. Daneben gibt es viele verputzte Fachwerkhäuser. Doch trotz ihrer Schönheit - Fachwerkhäuser haben ihre Schwächen. Die Gebäude der Zwischenkriegszeit (Baujahr 1919 bis 1948) gehören dem "Ziegelzeitalter" an. Solide errichtet, können sie fast unbegrenzt weitergenutzt werden. Die massiven Baustoffe leiten jedoch Wärme sehr gut nach außen ab und sind so für einen hohen Heizenergieverbrauch mitverantwortlich. Die Gebäude der unmittelbaren Nachkriegszeit Baujahr (1949 bis 1957) sind geprägt von der damals vorherrschenden Materialknappheit. Mit ihnen sollten die Wohnungsnot schnell beseitigt werden. Deshalb findet man hier Behelfsbaustoffe, dünne Wände, stark Wärme leitende Materialien, kaum Dämmstoffe auf Kellerdecke und im Dach. Die Wirtschaftswunderbauten (Baujahr 1958 bis 1968) beseitigten noch die Wohnungsnot. Ihrer Bauweise merkt man an, dass Energie damals noch enorm billig war. Obwohl schon mit besseren Materialien gebaut, ist der Wärmeschutz ca. 4-mal schlechter als bei heutigen Neubauten, nicht zuletzt wegen der vielen Wärmebrücken. Trotz der verbesserten Baumaterialien merkt man den 70er-Jahre-Bauten (Baujahr 1969 bis 1978) die explodierenden Ölpreise dieser Zeit noch nicht an. Der Wärmeschutz hat sich, verglichen mit den Gebäuden der Nachkriegszeit kaum verbessert und ist ebenfalls 4-mal schlechter als bei heutigen Neubauten. Den Gebäuden, die zu Beginn der 1980er Jahre (Baujahr 1979 bis 1984) errichtet wurden, liegt schon die jeweils gültige Wärmeschutzverordnung zugrunde, trotzdem genügen auch sie nicht mehr dem heute gültigen Standard. Bei diesen heute rund 30 Jahre alten Häusern kündigt sich eine erste Sanierung meist gerade an.

Veranstaltungshinweis
Ausstellungsdauer: 28. März bis 22. Juni 2018
Öffnungszeiten: Mo: 10:00 - 17:00 Uhr, Di: 10:00 - 17:00 Uhr, Mi: 9:00 - 13:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr, Do: geschlossen und Fr: 10:00 - 13:00 Uhr

Kostenloses Informationsmaterial liegt vor Ort aus.

Für weitere Informationen
Katrin Johannsen | Leiterin der Beratungsstelle Darmstadt
Tel. (06151) 279990, johannsen@verbraucher.de

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei