"Asoziale" und "Berufsverbrecher" als Opfer des Nationalsozialismus - und warum sie bis heute nicht anerkannt sind

Hochschule Darmstadt, Schöfferstr. 3, 64295 Darmstadt

Gebäude C19

Dauer: 09:00 Uhr bis 11:45 Uhr

Zielgruppe der Veranstaltungsreihe:
Studierende und Lehrende, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.

Frank Nonnenmacher, bis 2009 Professor für Politikdidaktik an der Universität Frankfurt am Main, schreibt in der Doppelbiografie "Du hattest es besser als ich" (Bad Homburg 2915) über das Leben zweier Brüder: Sein Vater Gustav flog als Ju52-Pilot für Hitlers Luftwaffe und wurde später freischaffender Bildhauer in Worms. Dessen Bruder Ernst wurde nach Verbüßung einer Strafhaft in den Konzentrationslagern Flossenbürg und Sachsenhausen interniert. Ernsts Schicksal steht exemplarisch für die von den Nazis "Asoziale" und "Berufsverbrecher" genannten KZ-Häftlinge. Sie galten als "Ballastexistenzen" und sollten "durch Arbeit vernichtet" werden. Sie sind bis heute nicht als Opfer des NS anerkannt.

Professor Nonnenmacher wird aus seinem Buch lesen und den Appell an den Deutschen Bundestag "Anerkennung von ´Asozialen´ und ´Berufsverbrechern´ als Opfer des Nationalsozialismus" vorstellen.

In der anschließenden Diskussion kann es auch darum gehen, welchen Anteil

Fürsorgerinnen und Fürsorger sowie Wohlfahrtspflegende im Nationalsozialismus für die Kategorisierung von Menschen als ,Asoziale' hatten und welche Vorstellungen von (A)Sozialität und Abweichung in der Gegenwart dazu führen, dass die Opfer bis heute nicht anerkannt sind.

Kontakt: Tel.: 06151 / 16-02

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei