"Wislawa Szymborska"

Deutsches Polen-Institut im Residenzschloss, Marktplatz 15, 64283 Darmstadt

Zugang über den Karolinenplatz/Wallbrücke

Im Rahmen der Lesereihe "Polenlese: Literarische Abende im Schloss"

Moderation: Peter Oliver Loew, Karolina Walczyk

Ort: Karl-Dedecius-Saal

Der erste Abend der Reihe gilt Texten von Wislawa Szymborska. Sie gehört zu den wichtigsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts und erlangte spätestens mit dem Literaturnobelpreis 1996 internationale Bekanntheit. 1923 in der Nähe von Posen geboren, zog sie mit sechs Jahren nach Krakau, wo sie auch ihr ganzes Leben lang wohnte und wirkte.

Schon früh machte Karl Dedecius sie im deutschsprachigen Raum bekannt, indem er ihre Werke ab 1957 aus dem Polnischen übersetzte. Mit dem Gründer des Deutschen Polen-Instituts verband Szymborska zudem eine langjährige Freundschaft. So stellten sie gemeinsam noch kurz vor ihrem Tod den Band "Glückliche Liebe" zusammen, der eine Auswahl von Gedichten Szymborskas aus den Jahren 2005 bis 2011 enthält. Von ihr sagte Dedecius einmal, sie kartographiere Augenblicke. Tatsächlich sind es besonders die alltäglichen Dinge, denen sie ihre Aufmerksamkeit widmete und die sie mit Reflexionen über die menschliche Existenz verband. Szymborska schrieb in ihren Gedichten eine nüchterne und selbstironische Sprache. Dadurch gelten sie als tief und gleichzeitig unpathetisch, witzig und weise.

Szymborska hat sich mit ihrem Werk in den Kulturkanon Polens eingeschrieben. Als sie 2012 im Alter von 88 Jahren starb, fuhren in ihrer Heimatstadt Krakau die Straßenbahnen und Busse mit Trauerflor, vor den öffentlichen Gebäuden wurden die Fahnen auf Halbmast gehisst. Das Fernsehen stellte seine Bilder auf Schwarzweiß um. Bis heute gehören ihre Gedichte zu den beliebtesten in Polen.


Kontakt:
Tel.: 06151-4202-0, E-Mail: info@dpi-da.de

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei