"Die Spuren des Zinns und die Erfindung der Bronze"

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt

Aufmacher

Bildunterschrift: Bronzefunde aus Troia, die zu den frühesten bekannten Bronzeobjekten gehören und auf ca. 2500 v. Chr. datiert werden; Quelle: Ernst Pernicka


Bereits seit dem 19. Jahrhundert suchen Archäologen nach dem Ursprung der Bronze, dem Material, das am Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. zum Vorschein kam und einer ganzen Epoche seinen Namen gab. Lässt sich das Kupfer in bronzenen Artefakten oft recht eindeutig mit bestimmten Rohkupfervorkommen verschiedenster Regionen verbinden, gelang dies bisher kaum überzeugend für das enthaltene Zinn. Zudem sind die frühen archäologischen Objekte aus Zinnbronze einerseits besonders dort vertreten, wo es keine entsprechenden Erzvorkommen gibt, andererseits wurden in den letzten Jahren in geographisch weit auseinander liegenden Gebieten verblüffend frühe Zinnbronzen bekannt.

Daraus abzuleiten sind weitreichende Handelsverbindungen, wobei die eigentliche(n) Quelle(n) des verwendeten Zinns bis heute nicht definitiv benannt werden können. Auch die Ausrichtung solch weitreichender Netzwerke konnte bisher kaum überzeugend hergeleitet werden. Die neu entwickelte Methode der Zinn-Isotopie bietet nun erstmals die Möglichkeit, den Weg des Zinnes zurück zu verfolgen. Messbare Variationen in den Isotopenverhältnissen des Zinns bieten nun eine Chance zur Zuordnung bronzener Objekte zu spezifischen Erzlagerstätten.

Der Vortrag wird die Ergebnisse eines interdisziplinären Projektes sowie die angewandten naturwissenschaftlichen und archäologischen Methoden vorstellen.

Der Referent ist Professor für Archäometrie am Institut für Geowissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und wissenschaftlicher Direktor der Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie gGmbH, Mannheim. Nach dem Tod von Manfred Korfmann leitete er die Ausgrabungen in Troia bis zu deren Abschluss im Jahre 2012.

Der Vortrag ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Museumseintritt:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei.

Kontakt: Tel.: 06151 / 1657-000, E-Mail: info@hlmd.de