"Alfred und Gertrud Arndt. Zwei Bauhaus-Künstler in Darmstadt "

Kunst Archiv Darmstadt e.V., Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt

Aufmacher

Foto: Abb.: Gertrud und Alfred Arndt auf der Dorfstraße in Probstzella, Foto von Gertrud Arndt, 1928 © Archiv Alfred und Gertrud Arndt, Darmstadt / Bauhaus-Archiv Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn 2018


Als "Urbauhäusler" bezeichnete Walter Gropius den späteren Bauhaus-Meister Alfred Arndt (1898-1976), der von 1921 bis 1926 am Bauhaus studierte und von 1929 bis 1931 als Lehrer am Bauhaus tätig war. Vom Habitus, der Mentalität und dem künstlerischen Selbstverständnis verkörperte ebenso Gertrud Hantschk (1903-2000) - beiden lernten sich am Bauhaus kennen und heirateten 1927 - das Bild einer "Ur"-Bauhäuslerin. Beide waren an neuer Architektur interessiert. Alfred Arndt wurde Architekt, war Maler und gehörte als Meister zum Lehrkörper des Bauhauses.

In der Ausstellung stellt das Kunst Archiv Darmstadt die höchst selten gezeigten Bilder von 1925 bis in die Nachkriegszeit zur Diskussion. Die frühen, freien künstlerischen Arbeiten am Bauhaus waren der neuen Sachlichkeit verpflichtet und beschäftigen sich hauptsächlich mit dem idealen Stadtgefüge und mit Stillleben. Ab 1929, im Wesentlichen bis zur Auflösung des Bauhauses, sind die Öl- und Temperabilder von Alfred Arndt abstrakt-surreal zu deuten, die mit einer stilisierten Figürlichkeit korrespondieren. Es entstanden Bildwelten, die aus dem Stilwillen des Bauhauses heraus konzipiert wurden und innerhalb des facettenreichen Gesamtwerkes von Alfred Arndt als geschlossene Werkgruppe hervortreten.

Alfred Arndt experimentierte nach 1945 mit Farbe, Kohle, Bleistift und Tusche und vor allem in den 1960er Jahren mit Lichtdrucken. Auch aus dieser letzten Werkphase sind Arbeiten zu sehen sein.


Gertrud Arndt, die ursprünglich Architektin werden wollte, fand innerhalb ihres Studiums am Bauhaus den Weg sehr schnell in die Weberei, in der sie von 1923-1927 arbeitete. Sie steht, neben anderen Weberinnen, für eine sehr spezifische, abstrakt-geometrisierte Farbanordnung in textilen Wand- und Bodenarbeiten. So entstand 1924 z.B. für das Direktorenzimmer von Walter Gropius ihr berühmter blau-gelber Teppich 2.

Fast ein Jahrzehnt, von 1926 bis 1932, widmete sie sich der - erst unter dem Direktorat von Hannes Meyer zum Lehrfach gewordenen - Fotografie. Sie gilt heute als eine der profiliertesten Bauhaus-Fotografinnen: die Maler auf der Leiter, die das Bauhaus neu tünchen die Gläseransammlung in ihrer ungeheuren Transparenz und vor allem die Porträts und Selbstporträts, die sogenannten Maskenbilder, sind eindrucksvolle und herausragende Beispiele der Bauhaus-Fotografie.

Zu beiden Künstlern wird eine Vitrinen-Ausstellung Dokumente zu Leben und Werk versammeln.


Eröffnung: 20.01.2019 um 11 Uhr, es spricht Claus K. Netuschil

Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr: 10 - 13, Do: 10 - 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 20.01. - 30.03.2019


Parallelveranstaltungen
Führung durch die Ausstellung: 07.02.2019, 19 Uhr
Finissage­ Führung: 30.03.19, 19 Uhr


Kontakt: Tel.: 06151/291619. E-Mail: info@kunstarchivdarmstadt.de