Vom Freischärler zum Propagandisten des Nationalsozialismus

Offenes Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Aufmacher

Bildnachweis: Dr. Hartmut E. Arras


Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg, der unermessliches Leid über die Welt gebracht hat. Weshalb folgten Menschen trotzdem dem Hass und dem Terror der Nazis? Was hat sie dazu bewogen? Nur durch Zufall erfuhr Dr. Hartmut E. Arras von dem Engagement seines Vaters Erwin Arras für den Nationalsozialismus. Seine Recherchen bewogen ihn, ein Buch über ihn zu schreiben. Daraus liest Dr. Hartmut E. Arras.

Erwin Arras wurde 1905 in Steinau geboren und lebte ab 1909 in Groß-Zimmern, wo sein Vater Lehrer an der Evangelischen Volksschule war. Ab 1909 bis zum Abitur 1925 besuchte Erwin Arras die Darmstädter Ludwigs-Oberrealschule, die heutige Lichtenbergschule. Forschungen in Archiven und im familiären Nachlass zeigten ihn als ehrgeizigen und unbeirrbaren NS-Parteigänger.
Sein Sohn Dr. Hartmut E. Arras, der als Architekt und Stadtplaner in Berlin arbeitet, geht in seinem Buch der Frage nach, welche Einflüsse seinen Vater bereits als Siebzehnjährigen motivierten, sich 1923 in Hessen der "Gruppe Erich Damm" im rechtsradikalen "Feldjägerdienst" anzuschließen, einer geheimen paramilitärischen und republikfeindlichen Organisation, über deren Struktur und Aktivitäten hier überhaupt erstmals umfassend berichtet wird.

Erwin Arras, der in seiner Diplomarbeit der Idee Albert Schweitzers von der Ehrfurcht vor dem Leben folgte, trat 1932 in die NSDAP ein. Sein Sohn Dr. Hartmut E. Arras spürt in seinem Buch nach, was seinen Vater anspornte, Berufs- und Familienleben ganz dem Hitler-Regime zu unterwerfen und sich zu einem einflussreichen Propagandisten des Nationalsozialismus in der deutschen Provinz zu profilieren. Die Auswertung von Feldpostbriefen gibt einen seltenen Einblick in den Alltag der Soldaten in Frankreich und Russland sowie in seine Tätigkeit als Orts- und Standortkommandant im Kampf gegen sowjetische "Partisanen". Wenige Monate vor seinem Tod verfasste Erwin Arras sein ideologisches Vermächtnis: "Das völkische Lebensgesetz". Er billigt Adolf Hitler darin das "sittliche Recht" zu, "unwertes Leben" zu vernichten.

Kontakt:
Evangelischen Dekanate Darmstadt-Stadt, Telefon: 06151/1362412.

Veranstalter:
Evangelischen Dekanate Darmstadt-Stadt, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt und Vorderer Odenwald, Am Darmstädter Schloß 2, 64823 Groß-Umstadt sowie das Bündnis "Bunt ohne Braun", Ober-Beerbacher-Straße 24, 64342 Seeheim-Jugenheim. Mehr Informationen

Bildnachweis: Umschlagtitel Lesung Arras
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