Veranstaltungsreihe über die Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender

Offenes Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

In mehr als 70 Ländern der Welt sind gleichgeschlechtliche Handlungen derzeit strafbar, in mehreren dieser Länder haben die katholische Kirche und mitunter auch die evangelische Kirche einen großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Menschen werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Genderidentität wie Verbrecher behandelt oder müssen versteckt und in Angst leben. Ein glückliches und normales Leben ist für sie fast unmöglich. Die Strafen reichen von Geldstrafen über mehrjährige Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe.

Die Veranstaltungsreihe "Verschaff mir Recht" thematisiert diese Situation und fokussiert dabei auch auf die Lage in Deutschland in beiden großen Kirchen und die historische Entwicklung in Darmstadt. Die Ausstellung "Verschaff mir Recht. Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und die katholische Kirche" steht im Mittelpunkt der Reihe, daneben gibt es die Filmreihe im AlleWeltKino "Queere Welten" und zwei Vorträge.

Das Programm:
Ausstellung "Verschaff mir Recht" vom 12.08.-27.09.2019
Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und die katholische Kirche" ist ab Montag, 12. August, im Offenen Haus, Rheinstraße 31, in Darmstadt zu sehen und läuft bis 27. September. Die Ausstellung umfasst Berichte von Katholikinnen und Katholiken über deren Diskriminierung und Kriminalisierung durch Staat und Kirche in ihren Heimatländern. Sie wurde im Auftrag der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. im Rahmen des Projekts "Gleichberechtigung von LSBT in der katholischen Kirche" erstellt.

Eröffnet wird die Ausstellung am Mittwoch, 21. August, 19 Uhr, im Offenen Haus. Dr. Herbert Horatz von HuK Darmstadt wird eine Einführung geben. Musikalisch gestaltet die Sängerin Beate Leisner die Eröffnung mit.

Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag 10 bis 17 Uhr und Freitag 10 bis 13 Uhr.


Filmreihe "Queere Welten"
Das AlleWeltKino zeigt ab Montag, 19. August, fünf Filme unter dem Titel "Queere Welten".

Montag, 19.08., 20.15 Uhr: Rafiki (OmU), Kenia 2018, Regie Wanuri Kahiu
Montag, 26.08., 2015 Uhr: Die Wunde (OmU), Südafrika 2017, Regie: John Trengove
Montag, 02.09., 20.15 Uhr: Call me Kuchu (Dokumentation, OmU), Uganda/USA 2012, Regie: Malika Zouhali-Worrall, Katherine Fairfax Wright
Montag, 09.09., 20.15 Uhr: Hard Paint (OmU), Brasilien 2018, Regie: Filipe Matzembacher, Marcio Reolon
Montag, 16.09., 20.15 Uhr: Marilyn (OmU), Argentinien/Chile 2018, Regie: Martin Rodriguez Redondo

Ort für alle Filme ist das Programmkino Rex, Grafenstraße 18-20, in Darmstadt.
Der Eintritt kostet 6,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro.


Vortrag "Verschaff mir Recht. Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und die Kirchen"
Am Mittwoch, 28. August, hält der katholische Theologe und Soziologe Dr. Michael Brinkschröder, einer der Kuratoren der Ausstellung, einen Vortrag unter dem Titel "Verschaff mir Recht. Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender und die Kirchen". Darin gibt er einen Überblick über die Situation von LSBT-Menschen auch im Verhältnis zu den Kirchen in Deutschland.

Beginn ist um 19 Uhr im Offenen Haus, Rheinstraße 31, in Darmstadt.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.


Vortrag "Geschichte der Verfolgung und Emanzipation homosexueller Männer in Darmstadt"
Am Mittwoch, 18. September, hält Rainer Hoffschildt, ein schwuler Aktivist und Geschichtsforscher, der insbesondere die Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus aufarbeitet, einen Vortrag zum Thema "Geschichte der Verfolgung und Emanzipation homosexueller Männer in Darmstadt". Darin geht er auf verfolgte Männer ein, die in Darmstadt geboren wurden, hier wohnten, hier verurteilt oder inhaftiert wurden. 334 Opfer des § 175 StGB sind hier bekannt. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch die Zeit davor und danach thematisiert er. Da die Staatsanwaltschaft Darmstadt auch für den Vollzug in den Rodgau-Lagern zuständig war, wird auch dieses Thema angerissen.

Beginn ist um 19 Uhr im Offenen Haus, Rheinstraße 31, in Darmstadt.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.


Die Reihe ist eine Kooperation des Katholischen Bildungszentrums nr30, des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt sowie der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V., Regionalgruppe Darmstadt.