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Fresh Air from the Baltic Sea
Wenn die ECHO-Preisträgerin und Bassistin Eva Kruse den großen Schritt von ihrer idyllischen Schäreninsel heruntermacht, dann hat sie meist auch Großes im Gepäck. Damit ist in diesem Fall natürlich nicht nur ihr Instrument gemeint, sondern auch ein neues musikalisches Werk der gebürtigen Kielerin, die tatsächlich seit einigen Jahren auf einer kleinen Insel vor den Toren Göteborgs lebt. Jetzt kommt sie mit ihrer am 12. Juni erschienenen neuen CD nach Deutschland. Die erste Live-Aufführung des Albums findet am 11. September  vor der wunderbaren Kulisse des Bessunger Kavaliershauses (Jazzinstitut) unter freiem Himmel statt.
„New Legend” (Prophone Records/Vertrieb Naxos) hat Eva Kruse mit ihrem markanten Quintett im März 2020 – für ein international besetztes Ensemble gerade noch rechtzeitig vor Beginn der Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie – im „Svenska Grammofonstudion“ (Göteborg) eingespielt hat. Es ist auffällig, wie intensiv die Band in den vergangenen fünf Jahren ihres Bestehens zu einem Organismus mit einer gemeinsamen und dennoch sehr individuellen Klangsprache zusammengewachsen ist. lnteraktionen klingen nun noch lebendiger, Klangfarben noch nuancenreicher, gezielte Reibungen feiner aufeinander abgestimmt. Das dichtere Zusammenspiel erzeugt ein stärkeres Live-Gefühl, gleichzeitig treten die Stärken der Musikerpersönlichkeiten noch klarer zutage.
Bei ihren eigenen Projekten mischt Eva Kruse Elemente aus Jazz, Klassik und Pop wie selbstverständlich, was es nahezu unmöglich macht, ihre Musik in eine bestimmte Schublade zu zwängen. Sie lässt die Musik sich innerhalb klar abgesteckter Grenzen frei entfalten. Gelungen integriert sie den im Jazz sehr ungewöhnlichen, überaus fragilen Klang der Oboe, meisterhaft gespielt von Tjadina Wake-Walker, in das Quintett und stellt ihn neben den kraftvollen Saxophon-Ton von Uwe Steinmetz. Während das feinfühlige, fast lyrische Klavierspiel von Christian Jormin mit einem alle Freiheiten genießenden Schlagzeug harmoniert. Der bayerische Wahl-Berliner Andi Haberl (u.a. The Notwist, AMEO, Enders Room) ersetzt diesmal Kruses langjährigen Begleiter Eric Schaefer am Schlagzeug.
„Häufig scheint es beschwerlich, Jazz mit klassischer Kunstmusik zu vereinen. Es gibt Hindernisse wie radikal verschiedenes Timing und geteiltes Verhältnis zu den Begriffen Komposition und Improvisation. Aber eine Lösung hierfür ist eigentlich nie weiter entfernt als bei einem einzelnen Musiker. Für (…) Eva Kruse fließen die verschiedenen Traditionen wie selbstverständlich zusammen (…). Mit ihrem Quintett vermag sie wahrhaftig Groove und den Einfluss Bachs auszubalancieren!” Johannes Cornell, DAGENS NYHETER
Bei schlechtem Wetter findet das Konzert in die Halle der Bessunger Knabenschule statt.
Eine Veranstaltung des Jazzinstituts Darmstadt in Kooperation mit der Bessunger Knabenschule.
Eva Kruse Kontrabass | Tjadina Wake-Walker Oboe | Uwe Steinmetz Saxophon | Christian Jormin Piano | Andi Haberl Schlagzeug
Foto ©Magnus Bergström