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Austrian World Music Award 2014
Madame Baheux, Power-Quartett aus Wien mit balkanischer Herkunft und intergalaktischem Anspruch (von wegen World-Music ...), melden sich wuchtig und witzig, subtil und ausgefuchst wie gewohnt zurück – mit neuem Programm, mit neuer CD.
 Too Big To Fail – so der Titel – ist weder Ausdruck von Größenwahn noch Selbstironie, sondern bloß ein heißer Song über die Amour fou zwischen Staat und Bankensektor. Madame Baheux bleiben also ihrem politischen und satirischen Anspruch treu, z. B. mit einem Soulblues über die Leiden einer österreichischen Innenministerin zwischen Pflicht und Neigung angesichts der »Flüchtlingskrise« von 2015 oder Jelena Poprzans Kampfansage an den Ohrwurm (How Many Times I’ve Heard This Song).
Mit We’ll Change The World rufen Madame Baheux schlicht und einfach zum sofortigen Systemwechsel auf.
 Untypisch auch der World-Music-Anteil ihres Repertoires, größtenteils bulgarische Stücke in schrägen Arrangements, ein erotischer Wedding-Song zur richtigen Handhabung von Pfefferschoten, ein kroatisches Kinderlied zu einer Melodie von Giovanno Battista Pergolesi, ein bulgarischer Tanz, komponiert von einem österreichischen Schriftsteller, ein anderer gleichfalls bulgarischer aus dem Repertoire der irischen Folkszene. Auffällig: Auch die Texte der traditionellen Lieder sind vollgesogen mit weiblichem Self-Empowerment. Dazwischen immer wieder spannende Instrumentals von Lina Neuner (Technoidl, Elegy, Infreddolita) und Ljubinka Jokic (Ages).
 In vielen stilistischen Farben funkelt die Welt von Madame Baheux (eine »Französisierung« übrigens des Wiener Slangworts »Bahö« = Tohuwabohu), mehr als nur eine Synthese von Poprzans vielen darstellerischen und musikalischen Talenten, Jokics erdiger 70ies-Gitarre und Soulstimme, Neuners Jazzsensibiltät und Maria Petrovas rhythmischer Finesse formt diese Welt. Madame Baheux haben ein dynamisches Konzept entwickelt, das sowohl bei fast allen Genres andocken als auch von allen ausgeschlossen werden kann. Was ist das also? Art-Rock? Jazz? Dark Cabaret? Fempop? World? Balkan? Agitprop? Kunstmusik zwischen Punk und Klassik? ...
Die musikjournalistischen Schubladen knirschen und bersten jedenfalls bei jedem Madame-Baheux-Konzert.
'Die Kunst des Radaus. Verrückt-Virtuoses zwischen Balkan & Brecht. World/Jazz/Rock/Cabarett – Virtuos, mit unbeschreiblichem Spielwitz – jung, feminin und frech. Madame Baheux bringen etwas Neues auf die Bühne, das mitreißt, verführt, zum Lachen reizt, in Hirn, Herz und Beine geht.' (aus dem Programmtext des tff Rudolstadt 2016)

'Mit Zitaten aus allen Phasen der Rockgeschichte, punkigen Ausbrüchen der charismatischen Leadsängerin Jelena Poprzan, satirischen Songs, melancholische Balladen, wuchtigen Balkanparaphrasen, jazzinspirierter Kunstmusik: Mit ihrer zweiten CD liefert das Frauenquartett ein dichtes Werk ab, das sich kaum in eine Kategorie pressen lässt und auch seinen rechtmäßigen Platz in den Bereichen Underground, Independent oder Singer/Songwriter einnehmen kann.' ORF-Online - Armin Sattler