Für diese Veranstaltung ist kein Internetverkauf möglich

Ihre Adresse wurde in die Benachrichtigungsliste aufgenommen
Anfahrtsbeschreibung (Ohne Gewähr)

Stadtkirche Darmstadt

Kirchstr. 11, 64283 Darmstadt

Aufmacher
Tommy Wieringa
1967 geboren, ist einer der wichtigsten und erfolgreichsten Schriftsteller der Niederlande. Er schreibt Romane, Erzählungen, Essays und Reisereportagen. Bei Hanser erschienen von ihm u.a. Eine schöne junge Frau (Roman, 2015) und Dies sind die Namen (2016). Für Santa Rita erhielt er 2018 sowohl in der Kategorie der KritikerInnen als auch der LeserInnen den BookSpot Literatuurprijs.
Stadt, Land, Schluss. Wer sind die Menschen in den abgehängten Gebieten, aus denen alle anderen wegziehen? Wo ein Besuch im Puff der einzige Trost ist und nur noch Santa Rita, die Retterin der aussichtslosen Fälle, helfen kann? Tommy Wieringa erzählt von ihnen in einem fulminanten, hochaktuellen Roman. Zeit seines Lebens hat Paul Krüzen mit seinem Vater auf dem Hof an der deutsch-niederländischen Grenze gewohnt. Seinen Handel hat er nach und nach von Trödel auf Militaria um-gestellt und verdient auch an den Neonazis. Sein einziger Freund ist Hedwiges, der den Tante-Emma-Laden seiner Eltern mehr schlecht als recht fortführt, dabei aber prahlt, er sei Millionär. Als Hedwiges eines Nachts in seinem Haus brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt wird, hat Paul sofort den Besitzer des Bordells jenseits der Grenze im Verdacht. Tommy Wieringas mitreißender Roman zeichnet das Schicksal der Verlierer mit großer Empathie nach: Was der jahrzehntelange Stillstand aus den Menschen macht und wie Angst und Zweifel plötzlich in Wut und Hass umschlagen.

Martin Michael Driessen
geboren 1954, ist Schauspieler, Theater- und Opernregisseur, Übersetzer und Schriftsteller. Er lebt auf einem Hausboot bei Rotterdam. Für »An den Flüssen« erhielt er den BookSpot Literatuurprijs. Der vielfach ausgezeichnete Autor wird mit diesem Buch erstmals auf Deutsch vorgestellt.
Drei Flüsse schlingern durch Landschaften, sie verlassen ihr Bett, sie schwellen an, sie tragen Fracht. Sie mäandern durch die Leben der Menschen auf dem Wasser, an den Ufern: So wie die Flößer zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Stamm zu Stamm springen, immer in Gefahr, immer in Bewegung, so entwickelt sich auch die Freundschaft zwischen Konrad, dem Flößersohn und Julius, dem Sohn des Waldbesitzers und Holzhändlers. Nach einem Zerwürfnis sehen sie sich erst Jahre später wieder. Die Zeiten haben sich ge-ändert und Julius braucht dringend Hilfe. Und da sind zwei seit Generationen verfeindete Familien in der Bretagne, deren Land von einem Bach geteilt wird, der ständig seinen Lauf verändert. Um die Fehde wegen der Grundstücksgrenze zu beenden, schlägt ein findiger Anwalt vor, die Seiten zu tauschen. Kurz darauf verändert ein archäologischer Fund von unschätzbarem Wert die Lage auf dramatische Weise. In Driessens bildhafter, plastischer Sprache wirkt jeder Satz formvollendet. Seine vielschichtigen, sorgfältig komponierten Geschichten entwickeln eine solch anschauliche Suggestivkraft, dass man förmlich das Holz riechen, den Regen spüren, den Fluss hören kann.